Internationale Algorithmen in der Ersten Hilfe retten Leben

Gesundheitsförderung 04.03.2022
Beitragsbild zum Gastbeitrag von Stephan Kühnis zum Thema Betriebssanitä

Erste Hilfe kennt keine Grenzen. Das zeigte sich auch, als eine Betriebssanitäterin aus der Schweiz an einem Weihnachtsbaumverkauf in Deutschland dabei half, einem Mann das Leben zu retten. Ihre Geschichte beweist: Dank internationalen Algorithmen können Blaulichtorganisationen und Ersthelfer – auch aus unterschiedlichen Ländern – optimal zusammenarbeiten.

Es war ein schöner, sonniger Wintervormittag Ende 2019. «Ich freute mich darauf, mich wieder einmal an meinem alten Heimatort Singen (Deutschland) mit Kollegen der verschiedenen Blaulichtorganisationen zu treffen», erzählt Manuela Greco, Kursleiterin und Samariterlehrerin des SV Neuhausen am Rheinfall und beruflich Betriebssanitäterin. Geplant war eine gemeinsame Fahrt nach Konstanz zu einer Weiterbildung. Am Treffpunkt der Feuerwehr versammelten sich die Teilnehmenden und plauderten fröhlich mit der dortigen Wehr. Sie hatte an diesem Tag ihren Weihnachtsbaumverkauf.

«Plötzlich hörte ich sehr verzweifelte Schreie», erzählt Manuela Greco. «Während dem Hinrennen zum Unglücksort zog ich meine Jacke aus und warf meine Handtasche einem verdutzten Feuerwehrmann in die Hände. Zwischen den aufgereihten Weihnachtsbäumen lag ein Mann, der nach Aussagen der Umstehenden wie vom Blitz getroffen zwischen die Bäume gestürzt war.» Ihr war nach kurzer Überprüfung klar, dass es sich um einen Kreislaufstillstand handelt. Michael Münzer, ein früherer Ausbilder von Manuela Greco, war ebenfalls vor Ort und gab den Auftrag, den Defibrillator (AED) aus der Feuerwehr zu besorgen. Als aktiver Feuerwehrmann kannte er sich dort örtlich gut aus. «Ohne grosse Worte begannen wir sofort mit den Reanimationsmassnahmen», erzählt Manuela Greco. «Rasch kamen zwei Feuerwehroffiziere zu Hilfe. Die Feuerwehrmänner begannen mit der Herzdruckmassage, Michael Münzer übernahm die Beutelbeatmung und ich den AED. Während der Reanimation führte ich nochmals einen Patientencheck durch und organisierte den Zugang zum Schadenplatz.»

Anstrengender Einsatz und erlösende Nachricht

Es war für die Feuerwehrkollegen die erste Reanimation. Plötzlich kam bei Helfern und Zuschauern Freude auf. «Der Patient lebte, atmete – aber Michael und mir war klar, dass dies die klassische Schnappatmung ist, die mit einer suffizienten (ausreichenden) Atmung verwechselt werden kann», erzählt Manuela Greco. «Auf unseren Befehl, weiterzumachen, wurde weiter reanimiert und die Freude war weg. Doch kurz nach der ersten Schockabgabe mit dem Defibrillator zeigten sich beim Patienten Lebenszeichen und er begann sich zu regen und selbstständig zu atmen. Fast im gleichen Moment traf der ersehnte Rettungswagen am Einsatzort ein.»

Für alle war der Einsatz sehr anstrengend – emotional und körperlich, sagt Manuela Greco. Am Nachmittag erfuhren die Ersthelfer, dass der Patient lebt und im Krankenhaus weiter versorgt werden konnte. Abends gab es ein Gespräch mit einem Einsatzkräfte-Nachsorgeteam, Feuerwehrkollegen und den beteiligten Helfern. «Der Tag hatte sonnig begonnen», resümiert Manuela Greco. «Und er ging auch sonnig zu Ende.» Dem Mann ging es rasch wieder gut. Er hatte bereits Weihnachten im Kreis seiner Familie verbringen können.

Internationale Algorithmen helfen den Ersthelfern

«Für mich war es toll zu erleben, wir ruhig alles ablief, trotz der Dramatik der Situation», sagt Manuela Greco. «Es ist wichtig, dass die Bevölkerung und alle Interventionskräfte in Erster Hilfe aus- und weitergebildet werden. Dafür sind Algorithmen wichtig, damit alle den gleichen Wissensstand haben und dadurch verschiedene Blaulichtorganisationen, auch aus unterschiedlichen Ländern, optimal zusammenarbeiten können.»

Übrigens: Für diesen Einsatz wurde Manuela Greco mit dem SVBS AWARD 2019 ausgezeichnet.

Autorenportrait zu Stefan Kühnis

Stefan Kühnis

Präsident

Tags: #Betriebssanität#ErsteHilfe#Schweiz

Das könnte Sie auch interessieren.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten rund um die ArbeitsSicherheit Schweiz 2028 auf einen Blick.

Die ArbeitsSicherheit Schweiz ist die führende Schweizer Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. 2028 findet sie bereits zum elften Mal in der Messe Zürich statt.

Sicherheitsverantwortliche, Einkäufer:innen, Präventionsfachleute und Expert:innen entdecken hier das gesamte Spektrum an Produkten und Dienstleistungen, von der persönlichen Schutzausrüstung bis zu komplexen Sicherheitskonzepten. Ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Podiumsgesprächen und Best-Practice-Beispielen auf den Content Stages rundet das Angebot ab.

Die ArbeitsSicherheit Schweiz 2028 findet am 17. und 18. Mai 2028 in der Messe Zürich (Wallisellenstrasse, Zürich) statt. Beide Messetage sind jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Die ArbeitsSicherheit Schweiz ist eine reine Fachmesse: Der Zutritt ist Fachbesucher:innen vorbehalten. Angesprochen sind unter anderem:

  • Sicherheitsbeauftragte und Sicherheitsfachkräfte
  • Entscheider:innen und Einkäufer:innen aus Industrie, Handel und Handwerk
  • Sicherheitsingenieur:innen sowie Gefahrgut- und Biosicherheitsbeauftragte
  • Fachleute für Brandschutz, Prävention und Gesundheitsschutz
  • Head of Safety, Health & Environment sowie HR- und Umweltverantwortliche

Tickets für die ArbeitsSicherheit Schweiz 2028 buchen Sie bequem online über die Schaltfläche «Ticket buchen» auf unserer Website. Die aktuellen Ticketkonditionen sehen Sie direkt im Ticket-Shop.

Bitte beachten Sie, dass die Messe ausschliesslich Fachbesucher:innen offensteht. Halten Sie bei der Registrierung Ihre beruflichen Angaben bereit.

Das Angebot der ArbeitsSicherheit Schweiz deckt die gesamte Bandbreite der betrieblichen Sicherheit und Gesundheit ab. Zu den Ausstellungsschwerpunkten zählen unter anderem:

  • Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz und Betriebssicherheit
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Unfallverhütung
  • Brandschutz, Umgang mit Gefahrenstoffen und Prävention bei besonderer Gefährdung
  • Arbeitshygiene, Gesundheitsschutz und Umweltsicherheit
  • Messtechnik zur Vermeidung von Stör- und Unfällen

Ergänzt wird das Angebot durch Fachvorträge, Praxisforen und Meet-ups zu Themen wie Ergonomie, Notfallmanagement und Safety Culture.

Ja. Die ArbeitsSicherheit Schweiz ist von der SGAS (Schweizerische Gesellschaft für Arbeitssicherheit) als Weiterbildungsmassnahme anerkannt. Pro Messetag vergibt die SGAS einen Punkt; für beide Messetage sichern Sie sich somit zwei SGAS-Punkte.

Die Messe Zürich ist bestens an den öffentlichen Verkehr angebunden. Vom Zürcher Hauptbahnhof erreichen Sie im Minutentakt den Bahnhof Oerlikon (u. a. S2, S6, S7, S8, S9, S14, S15, S16, S19, S24); von dort gelangen Sie zu Fuss, mit dem Tram Nr. 11 oder den Buslinien 61, 62 und 94 zur Messe.

Mit dem Auto folgen Sie auf der Autobahn dem Signet «Z» bis zum Messegelände. Parkplätze bietet das Parkhaus Messe Zürich an der Hagenholzstrasse, inklusive Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge.

Sie möchten Ihr Unternehmen den Fachbesucher:innen der ArbeitsSicherheit Schweiz präsentieren? Das HRM Institute begleitet Sie mit über 15 Jahren Messeerfahrung von der Standgestaltung bis zu individuellen Sponsoring- und Werbepaketen.

Nehmen Sie einfach über das Kontaktformular auf der Seite «Aussteller werden» oder telefonisch mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie unverbindlich zu Standbaupaketen und passenden Präsenzmöglichkeiten.

paper plane

Newsletter

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten rund um das ArbeitsSicherheit Schweiz direkt in Ihren Posteingang.

Mit dem Klicken des 'News erhalten'-Buttons bestätigen Sie, dass Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen gelesen und akzeptiert haben.